Vom Vermissen

Ich scheine mit dem Hormonumschwung zu tun zu haben. Ich vermisse meine Schwangerschaft so sehr und dabei liebe ich es so sehr, Mama für dieses kleine wundervolle Baby zu sein. Sie macht es mir so leicht, sie mit all meiner Liebe zu überschütten. Sie weint so wenig und lacht so viel. Sie ist klasse. Und perfekt. Und ein echtes Anfängerbaby. Sie will nur kuscheln und trinken. Dann ist sie zufrieden. Langsam entdeckt sie auch Spielzeug für sich und vermöbelt alles, was so vor ihr rumbaumelt. Manchmal stille ich sie und ich habe eine Art Liebeskummer und dann denke ich: „Musst du nicht haben. Sie geht nicht weg. Sie bleibt bei dir.“ und dann quillt mein Herz vor Liebe über. Zum ersten Mal weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn das Herz vor lauter Liebe wehtut. So oft platze ich vor Glück.

Und trotzdem schaue ich mir manchmal wehmütig meine Bauchfotos an und die Videos, in denen sich kleine Fäuste und Füße durch meine Bauchdecke drücken. Ich vermisse die Kugel und den Stolz, mit dem ich sie vor mir hertrug. Ich freue mich jetzt schon auf die zweite Runde. Ich hoffe, ich darf das Glück in zwei bis drei Jahren noch einmal genießen.

Zusätzlich fällt es mir aber aktuell auch schwer, andere Kugelbäuche zu sehen. Diese Vorfreude bei den Müttern, die Aussicht auf ein Mini-Baby. Für Außenstehende ist das sicher schwer zu verstehen. Andere Mütter hatten die Gefühle vielleicht schon kurz nach der Geburt beim Baby-Blues, der mir ja erspart blieb. Ich rede darüber mit niemandem, nicht einmal Buddy, denn wie will man das erklären? „Sie ist mein größtes Glück, aber ich vermisse den Bauch.“
Ich vermisse sogar die Arzttermine, die Ultraschall-Bilder, meine Hebamme, das Watscheln, das Bauchstreicheln, meinen Anblick im Spiegel.

Ich vermisse.

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Mai 2019

Im Mai kam ich körperlich immer weiter zu mir zurück. Meine Schmerzen wurden deutlich besser, gingen sogar fast vollständig weg.

Wir haben mit einem DELFI-Kurs begonnen, der mir wirklich hilft und Spaß macht. Ich nehme viele Ideen mit, was ich am Tage mit dem Baby zuhause spielen kann. Mit den Müttern verstehe ich mich auch gut. Ich bin wirklich glücklich, ihn begonnen zu haben.

Außerdem gab es die zweite Impfung und die U4. Das Geburtsgewicht hat sie nun verdoppelt und sie ist schon über 10 cm gewachsen. Ich bin so stolz auf dieses kleine Mädchen.


Meine Geburtsverletzungen

Ich hatte keine Angst vor der Geburt. Ganz im Gegenteil, ich habe mich sehr darauf gefreut. Ich wollte so unbedingt diese Erfahrung machen. Und ich hatte wirklich eine schöne Entbindung.
Respekt hatte ich vor einem Dammriss. Aber gut, was hört man so? Tut zwei, drei Wochen weh beim Sitzen und dann ist alles wieder gut. Kriege ich auch hin, wenn es sein muss, dachte ich.

Bei der Geburt erlitt ich einen Dammriss zweiten Grades (also nicht ganz so wild) und einen Scheidenriss (wobei ich vorher noch nie etwas von Scheidenrissen oder Labienrissen gehört hatte. Das Thema war dann neu für mich.)

Die ersten zwei Tage nach der Geburt hatte ich Schmerzen, die sich wie Muskelkater anfühlten, in Armen und Beinen vom Pressen und auch zwischen den Beinen. Schnell ließ das nach und ich es schien mir besser zu gehen. Natürlich tat sitzen weh und pullern auch – aber alles defintiv aushaltbar.
Bei der Untersuchung zur Entlassung sagte die Gynäkologin im Krankenhaus auch, dass die Narben gut aussehen.

Die ersten Tage kam meine Hebamme täglich und sie bemerkte, dass es mir körperlich immer schlechter ging. Ich konnte immer schlechter laufen, lief gebückt, konnte bald gar nicht mehr sitzen und auch nicht auf dem Rücken liegen. Alles drückte, brannte und fühlte sich an, als würde ich gleich wieder aufreißen.
Selbst stehen konnte ich nicht mehr. Mit Glück schaffte ich es, so lange zu stehen, bis ich fertig gewickelt hatte. Häufig musste ich mich währenddessen zwei- bis dreimal hinsetzen, was ja, wie gesagt, auch weh tat.

Meine Hebamme war immer besorgter und sagte mir, dass es nicht normal ist, dass es mir erst so gut ging und dann immer schlechter. Sie tippte zusätzlich zu den Geburtsverletzungen auf eine Blasenentzündung vom Katheter unter der Geburt. Ich sollte dringend zum Arzt gehen und das abklären lassen.

Zwei Wochen nach der Geburt war ich beim Frauenarzt. Die letzte Woche habe ich täglich ein bis zwei Schmerztabletten genommen. Anders hätte ich es nicht geschafft.
In meinem Urin waren Eiweiß, Blut und Leukozyten, aber die Schwestern sagten nur: „Zwei Wochen nach der Geburt sieht Urin eh noch nicht gut aus. Trinken Sie mal viel.“
Die Ärztin schaute sich meine Wunden an und sagte, dass die wirklich noch nicht gut aussehen. Aber für zwei Wochen nach der Geburt wäre es wohl ein relativ normaler Zustand.
Ich sollte zu der normalen Kontrolle, acht Wochen nach der Geburt, wiederkommen.

Meine Schmerzen wurden nicht besser. Laufen, Sitzen, Stehen – alles ein Horror. Das Schlimmste daran war, dass ich für meine Tochter nicht so da sein konnte, wie ich wollte. Ich konnte sie nicht durch die Wohnung tragen, wenn sie schlecht in den Schlaf fand. Ich konnte keine Spaziergänge mit ihr machen. Ich konnte nachts nicht im Sitzen stillen, obwohl es manchmal besser gewesen wäre. Ich konnte sie nicht so lange, wie ich gern wollte, auf meiner Brust schlafen lassen, weil es so schnell alles so extrem weh tat.

Die Hebammentermine drehten sich kaum um die Kleine, weil sie zum Glück super zunahm und auch so ein ganz liebes, friedfertiges und einfaches Baby war. Wir redeten fast die ganze Zeit immer über meinen Heilungsprozess. Fünf Wochen nach der Geburt schickte sie mich wieder zum Arzt. Sie tippte weiterhin auf eine Blasenentzündung. Dieses Mal ging ich zu meinem Hausarzt und tatsächlich – ich habe nun seit Wochen eine Blasenentzündung verschleppt.
Das erklärte dann auch, warum ich meinen Urin nicht mehr halten konnte, wenn ich dringend pullern musste (zusätzlich zum beanspruchten Beckenboden). Problem dabei: Ich merkte nicht, wenn sich die Blase füllte. Wenn ich Pullern musste, dann JETZT und dann war es für die ersten paar Tropfen schon zu spät.
Ich bekam ein Antibiotikum, was ich einnahm, auch wenn es zum Pilz beim Kind führen kann. Ich habe lieber einen (leicht zu behandelnden) Pilz riskiert als eine chronische Entzündung oder eine Entzündung, die in die Nieren wandert, bei mir. Ich wollte endlich für mein Kind fit werden. Glücklicherweise bekam sie keinen Pilz.

Doch auch wenn der starke Druck nach unten langsam besser wurde, hatte ich weiterhin so ein starkes Brennen, konnte immer noch kaum sitzen oder gehen.
Sieben Wochen nach der Geburt guckte mich meine Hebamme ernst an und sagte: „So, mir reicht es jetzt. Ich würde mir das gern mal ansehen, wenn es ok für dich ist.“ Das war es natürlich. Ich war dankbar um jede weitere Meinung. Sie sah immer noch Abschürfungen, was sie wunderte: „Die heilen normalerweise nach zwei bis drei Tagen und brauchen keine sieben Wochen!“
Aber, es wird keine Überraschung sein, ich hatte nichts gemacht, was irgendwelche neuen Schürfwunden hervorruft. Ich hatte keinen Sex und habe mir auch sonst nichts eingeführt.

Nach acht Wochen war ich wieder bei meinem Frauenarzt. Ich gab auch wieder Urin ab mit der Bitte, ihn ins Labor zu schicken, sollte da immer noch etwas sein (er war dieses Mal aber dann gut). Die Ärztin stellte fest, dass meine Narbe immer noch nicht gut aussieht und die Wunde immer noch leicht offen ist. Wenn es nicht besser wird, muss ich nochmal aufgeschnitten werden, damit die Narbe neu verheilen kann.
Diese Zeit auf dem Stuhl war mit das Schmerzhafteste, was ich in meinem Leben erlebt habe. Deutlich kürzer, aber auch deutlich schmerzhafter als die Geburt. Es tat so weh, als sie sich das anguckte, die Wunde auseinanderzog, das Spekulum einführte.
Ich bekam eine Östrogencreme mit und sollte in drei, vier Wochen wiederkommen.

Auch beim nächsten Besuch sah die Wunde noch nicht hundertprozentig gut aus, aber besser – eine OP war erstmal abgewendet (aber wenn es nie richtig gut wird, muss es vielleicht doch noch sein.)
Was meine Ärztin wundert: Ich habe immer noch so starken Ausfluss, der vom Wochenfluss übrig ist. Meine Gebärmutter sieht aber wieder gut aus von innen und eigentlich sollte das nicht sein.
Dass ich weiterhin Schmerzen habe, wundert sie ebenfalls. Sie hat mir Vaginaltabletten verschrieben, die entzündungshemmend sind.

Heute ist die Geburt dreieinhalb Monate her und ich fühle mich annähernd wie vorher. Lange hatte ich das Gefühl, es würde ein Fremdkörper in mir stecken beim Laufen. Das Gefühl ist weg. Auch der Schmerz beim Stehen, Gehen und Sitzen ist vorüber. Der Ausfluss ist immer noch ziemlich stark, aber ich hoffe, dass ich auch den noch loswerde.
Zusätzlich will ich natürlich noch zum Rückbildungskurs und hoffe, dass der alles noch besser macht.
Wenn ich auf Toilette abwische, merke ich aber immer noch ziehenden Schmerz. Circa acht Wochen nach der Geburt hatte ich deswegen damit begonnen, nur mit feuchtem Kamillenpapier abzuwischen. Das habe ich so drei Wochen gemacht.

Ich muss gestehen: Wenn ich im Nachhinein die Wahl gehabt hätte, ob ich den Heilungsprozess so erleben will, wie er war oder lieber nochmal die Geburt, würde ich defintiv die Geburt nehmen. Auch zweimal. In den letzten dreieinhalb Monaten habe ich zum Teil unfassbare Schmerzen gehabt. Ich hörte vorab immer: „Bei einer natürlichen Geburt hat man vorher die Schmerzen und bei einem Kaiserschnitt nachher.“ Für mich kann ich das so nicht bestätigen. Ich habe wirklich gelitten. Wahrscheinlich hat aber nicht einmal Buddy mitbekommen, wie schlecht es mir teilweise ging, weil ich nicht zum Jammern neige.

Aber das ist ja nicht alles, was die Geburt als Nachwirkungen hatte. Manches schlägt erst jetzt bei mir zu:
– schlechte Haut
– Haarausfall
– Gelenkschmerzen (vor allem in den Knien, Fußknöcheln und Händen)
– Am linken kleinen Finger haben sich die Gelenkschmerzen so verstärkt, dass ich ihn seit zwei Wochen kaum bewegen kann. Er tut durchgehend weh. Ich denke, ich habe dort eine Gelenkentzündung (und ich hoffe, sie geht von allein wieder weg).
– Hämorrhoiden (Manche haben es schon in der Schwangerschaft, ich habe jetzt danach Probleme mit ihnen. Zum Glück nur ganz leicht.)

Und trotzdem: Ich habe keine Angst davor, dass es bei der nächsten Geburt wieder so sein wird. Und selbst wenn: Ich habe es überstanden. Heute geht es mir deutlich besser. Die paar Nachwirkungen werden sicher auch noch vorübergehen. Und vor allem: Ich habe dafür ein fantastisches Kind an meiner Seite.


April 2019

Langsam aber sicher geht es mit mir bergauf. Leider kam die Hebamme im April das vorerst letzte Mal. Ich musste wirklich weinen. Ich mochte sie so gern und freue mich extrem, dass sie doch noch kommen wird, wenn die Beikost startet.
Außerdem stand die erste Impfung an. Beim Impfen hat sie schon sehr geweint, ließ sich aber einigermaßen schnell beruhigen. Doch nach Schlag vier Stunden schrie sie plötzlich wieder wie am Spieß. Bestimmt zehn Minuten weinte sie am Stück. Da sie sonst nie weint, ist das lange für mich. Auch am nächsten Tag war sie recht weinerlich. Fieber bekam sie keines.
Wir waren auch bei der Hüftsono, wo ja alle Neugeborenen hinsollen. Hier war alles tipptopp.


Osterbesuch

Ostern kam meine Mutter wieder zu Besuch, diesmal ohne meinen Vater. Der erste Besuch lief tatsächlich besser als gedacht und meine Eltern ließen mich einigermaßen in Ruhe. Nur einige Situationen nervten mich.
Ich war aber gespannt, ob meine Mutter mittlerweile einiges, was wir anders machen, besser akzeptieren kann.
Es war ok, aber hier und dort war ich doch wieder sehr genervt:

– Wir lassen das Kind nicht schreien. Ich habe meiner Tochter am ersten Tag im Krankenhaus versprochen, dass ich alles dafür geben werde, dass sie nie weinen muss. (Was natürlich trotzdem passiert. Sie darf weinen und wird weinen, aber ich versuche ihr sofort zu geben, was sie braucht.) Wenn die Kleine dann anfing zu meckern, sagte meine Mutter: „Ja, mecker mal so richtig!“ Und natürlich kam auch der Klassiker: „Ich dürft das Kind nicht bei jedem Pups hochnehmen. Die sind doch nicht doof, die merken sich das. Ihr müsst sie auch mal schreien lassen.“ Klares Nein, das müssen wir nicht. Was ist denn das Schlimmste was passiert? Meine (zu dem Zeitpunkt) zwei Monate alte Tochter merkt sich: „Wenn ich irgendetwas habe, wenn ich Hunger habe, mir angweilig ist, ich Nähe suche, mir kalt ist, egal was… meine Eltern kommen und helfen mir!“ Joa, es gibt durchaus Schlimmeres. Und wir sind ja noch lange nicht in einem Alter, in dem sie ihre Grenzen austesten und vielleicht auch mal Dinge ausnutzen oder manipulieren wird. Meine Tochter ist eh die meiste Zeit auf dem Arm von Buddy und mir. Wenn sie aber mal auf der Couch oder Spieldecke liegt und dann anfängt zu jammern, nehmen wir sie konsequent auf den Arm. Das fühlt sich für uns gut und richtig an.

– Einmal lag meine Mutter auf der Couch herum und neben ihr lag ein Couchkissen. Da klopft sie auf das Kissen und sagt: „Komm mal her zu Oma!“ und die Kleine soll mit dem halben Körper in der Luft hängen, weil die Position und das Kissen gar nicht zum Liegen geeignet sind. Ich reagierte anfangs auch nicht, sodass sie fünfmal wiederholte „Komm mal her zu Oma.“ Als könnte das Kind das selber bewerkstelligen… (Sprich doch mit mir, wenn du sie bei dir haben willst!)

– Es tut mir wirklich leid, aber ich war von so vielem genervt: Dass sie die ganze Zeit das Kind vollquatschte, dass sie mir den Wagen wegnahm, dass sie mir das Kind aus dem Arm nehmen will, obwohl es bei ihr nur geweint und bei mir entspannt hat.

– Wir geben dem Baby keinen Nuckel. Das habe ich in der Schwangerschaft schon entschieden und wir fahren sehr gut damit. Aber als meine Mutter da war, wusste sie es natürlich besser: „Also um den Nuckel werdet ihr nicht drum herum kommen!“, „Hol doch jetzt mal einen Nuckel!“ (Habe ich nicht, werde ich nicht. Wir werden um ihn herumkommen.)

– Wenn ich meine Mutter fragte, ob sie die Kleine halten will, sagte sie immer wieder: „Natürlich. Ich bin ja nur wegen ihr hier.“ (Danke, Mama.)

– Das Kind ist ein Spuckkind. Ständig kommt Muttermilch wieder aus ihr heraus. Mal fester, mal flüssiger, mal direkt nach dem Stillen, mal später. Mir ist das egal. Sie wächst und gedeiht prächtig, Spucktücher liegen hier überall herum, eine Waschmaschine ist in meinem Besitz. Als wir einmal beim Auto standen, der geöffnete Kofferraum mit dem Wickelrucksack (inklusive Spucktüchern) neben meiner Mutter und mir, lief dem Baby nur ein wenig Muttermilch aus dem Mund. Meine Mutter wurde direkt hektisch und dann passierte alles gleichzeitig: „Ich nehme nur mal kurz…“, sagte sie und zog dem Kind direkt ein Taschentuch über den Mund. Ich schrie sie an: „War das benutzt?!“ (Was ich nicht fragen musste, denn es war ja zerknüllt und was noch schlimmer war:) – „Quatsch!“ – „Ich hab das doch gesehen!“ – „Nein.“ – „Da war Blut dran!!!“ Meine Mutter hat meiner Tochter den Mund abgewischt mit einem Taschentuch, mit dem sie Blut von ihrer aufgeplatzten Lippe abgewischt hatte. Und das, obwohl meine Mutter ständig Lippenherpes hat. Ich habe das Kind direkt von ihr weggedreht und habe den ganzen Tag kaum mit ihr geredet. Ich war so unfassbar angeekelt und sauer.

– Sie hat heimlich das Kind fotografiert, während ich nicht im Raum war. Als ich hereinkam, sagt sie auffällig: „Gut, geschrieben hat auch keiner.“ und hat das Handy beiseite gelegt. Ich hatte aber gesehen, wie sie fotografiert, also sage ich: „Tu doch nicht so. Ich habe gesehen, dass du ein Foto gemacht hast. Ist doch nicht schlimm.“

– Ich habe mich angezogen und sie hat es gesehen: „Was war das? Eine Umstandshose?“. Gewicht ist seit jeher ein riesiges Thema in meiner Familie, also versuche ich locker zu sagen: „Ja, mein Körper hat neun Monate ein Kind getragen. Jetzt gebe ich ihm seine Zeit, um sich zurückzuentwickeln.“ und sie sagt: „Ja, muss dann aber auch…“ (Zwei Monate. Zwei Monate ist die Geburt her…)

– Das Baby entdeckt langam seine Hände und steckt sie in den Mund. Und immer dann sagt meine Mutter: „Nimm mal die Finger aus dem Mund. Das wollen wir nicht…“ Mehrfach habe ich sie gebeten, das sein zu lassen, denn erstens ist das die orale Phase und zweitens hat sie nicht zu entscheiden, was „wir“ wollen. Außerdem lutscht sie nicht an den Fingern, sondern tastet und kaut. Wenn sie sich nun zu einem Daumenlutscher entwickeln würde, würde ich auch die Sache mit dem Nuckel nochmal überdenken. Aber bisher sieht es nicht danach aus…


März 2019

Der März war mein kompletter Wochenbett-Monat und ich hätte es vorab nicht gedacht – ich brauchte ihn.
Im Nachhinein glaube ich aber fast, dass ich trotz allem zu viel gemacht habe: Zu viel gelaufen, zu viel Besuch, zu viel versucht, wie vorher zu machen.
Beim nächsten Kind will ich das Wochenbett intensiver erleben. Auch jetzt ging das schon gut. Das Baby war den ganzen Tag auf meinem Arm und schlief dort die ganze Zeit. Ich habe gestillt und gekuschelt was das Zeug hielt. Aber ich habe zu sehr auch an andere gedacht. Die Wohnung sollte für die Hebamme und den Besuch einigermaßen sauber und aufgeräumt sein. Mit dem Besuch wollte ich spazieren gehen, damit die sich nicht langweilen… All das würde ich beim nächsten Mal nicht mehr tun.
Leider war Buddy insgesamt auch keine große Hilfe. Die ersten zwei Wochen nach der Geburt war er wie ausgewechselt. Dann war aber der Zauber verflogen und ich konnte mich um alles selber kümmern.

Außerdem standen im März die ersten Arztbesuche an. Bei der U2 hatte unser Kinderarzt Herztöne gehört, die wir beim Kardiologen abklären lassen sollten. Es war aber alles gut.
Außerdem haben wir uns Kindergärten angesehen. In den einen haben wir uns direkt verliebt. Ich würde das Kind so gern dahin geben. Beim anderen hat mir das Herz geblutet. Alles wirkt lieblos und kalt. Leider haben wir hier direkt einen Platz bekommen. Beim ersten sieht es schlecht aus, weil im nächsten Jahr zwar 14 Krippenplätze frei werden, aber nur zwei Plätze für Externe sind und die restlichen zwölf schon für Geschwisterkinder reserviert wurden.


Elternbesuch

Mit viel Ach und Krach hatte ich es geschafft, dass meine Eltern ihren Besuch nach hinten verschoben. Meine Tochter war dann nicht zwei Tage alt, sondern zweieinhalb Wochen.
Da meine Eltern äußerst schwierig sein können, habe ich das Schlimmste befürchtet. Aber es lief besser als erwartet. Und doch gab es einige Situationen, die mich aufregten:

– Ich konnte zu diesem Zeitpunkt kaum laufen und stehen. Ich hatte immer noch sehr starke Schmerzen und trotzdem lief meine Mutter durch die Wohnung und sagte: „Also ihr müsst hier echt mal putzen. Ihr habt jetzt ein Kind. Ihr habt Verantwortung!“ (Mist, hätte ich mal vorher gewusst, dass einem Neugeborenen eine geputzte Wohnugn wichtiger ist als ganz viel kuscheln, liebhaben und stillen…)
– Als Buddy die Kleine in seinem Arm schuckelte, kam meine Mutter zu mir und beschwerte sich: „Mir gefällt gar nicht, wie sehr er das Kind schüttelt!“ Ich habe ihr natürlich gesagt, dass er das nicht tut und das definitiv nicht doll ist. Insgeheim regte ich mich aber extrem über das Wort „schütteln“ auf. Wenn man Babys schüttelt, können sie sterben. Wenn mein Freund das Baby im Arm auf und ab wiegt, ist das kein Schütteln!
– Ständig wollte sie uns einreden, dass wir unbedingt eine Creme in den Windelbereich schmieren sollen, obwohl sie nicht wund war: „Also DICH haben wir ja JEDES MAL eingecremt. Ihr müsst sie auch mal eincremen. Wenn die wund sind, tut das den Babys RICHTIG weh!“ (Wir haben natürlich weiterhin nicht gecremt. Und wund ist auch noch nie etwas gewesen.)
– Während ich gestillt habe, hat meine Mutter sich richtiggehend in mein Dekollete gebeugt, um den Mund meiner Tochter sehen zu können. Außerdem hat sie sie gestreichelt und den Kopf geküsst während des Trinkens. Ich habe tief durchgeatmet und nichts gesagt. Außer einmal, als meine Tochter ganz unruhig getrunken hat, sich immer wieder ab- und andockte. Da bat ich meine Mutter, sie in Ruhe zu lassen. Schnippisch kam zurück: „Du machst das doch auch!“ (Ja, ich streichele ihren Kopf während des Stillens. Von mir kennt sie das. Ich bin ihre Mutter und keine dritte Person, die sie ständig zusätzlich angrabbelt.)
– Wenn das Baby auf der Couch lag und sich die Decke wegstrampelte, hat meine Mutter sie immer wieder zugedeckt.
– Ich habe meinen Eltern gesagt, dass ich nicht möchte, dass sie Bilder von meinem Kind an andere schicken. (Zitat meiner Mutter: „Darf ich fragen, wieso nicht? Du machst das doch auch.“ – Ja, ich weiß, das klingt total ungewöhnlich und verrückt, aber ich möchte selber entscheiden, wer Bilder von meinem Kind bekommt und wer nicht…) Obwohl ich es am ersten Tag des Besuchs noch einmal ganz deutlich ansprach, schickte meine Mutter im Laufe des Besuchs heimlich Bilder an Bekannte von sich, die ich nicht kenne.
– Das Beistellbett war auch immer wieder ein Thema. Meine Tochter schläft neben mir – im Schlafsack – auf der Matratze. Das Beistellbett wurde noch nicht genutzt (beziehungsweise ist es der Ersatz für den Nachttisch geworden.) Meine Mutter ließ das keine Ruhe: „Soll sie nun gar nicht in ihrem Bett schlafen?“, „Das Bett wird total missbraucht.“, „Also sie muss irgendwann auch mal im Bett schlafen!“ (Selbst einige Wochen später schrieb sie mir bei Whatsapp immer noch: „Gewöhnt sie nicht zu sehr an menschliche Wärme. Dann will sie gar nicht mehr in ihr eigenes Bett.“)
– Sie redet ständig mit dem Kind, sagt aber immer dasselbe. Einmal hat sie ohne Unterbrechung Folgendes gesagt: „Du bist eine süße Maus. Bist du eine süße Maus? Ja, du bist eine süße Maus.“ Ich kann „Süße Maus“ nicht mehr hören! Selbst auf Bilder, die mein Gesicht und den Hinterkopf der Kleinen zeigen, antwortet meine Mutter: „Süße Maus“.
– Sie sagt ständig, dass die Häne vom Kind so kalt sind. Meine Erklärungen dazu will sie nicht hören. Als ich ihr einen Artikel dazu vorlese, dass das nicht passiert, wenn das Baby im Arm der Eltern (oder anderer Menschen natürlich) schläft (so wie unsere Tochter am Tage ausschließlich schläft), kollidierte das mit ihrem „Gewöhnt sie nicht an menschliche Wärme“-Weltbild.
– Unsere Tochter schnarcht manchmal leise. Dies nahm meine Mutter zum Anlass, ständig zu sagen, dass wir uns mal die Lunge anhören sollen. Am besten zum Arzt damit, denn „Sie hat was mit den Bronchien. Das hört man ganz deutlich!“. (Dass sie am Tage leise atmet und bei keiner Untersuchung beim Arzt etwas gesagt wurde, ist ja Nebensache.)

Ich weiß, dass sie das alles mit bestem Wissen und Gewissen sagt. Sie will ja auch, dass das Kind gesund und glücklich aufwächst. Aber sie muss lernen, dass es nicht ihr Kind ist und ich heute – 30 Jahre später – Dinge anders mache als meine Mutter bei mir.


Februar 2019

Im Februar hatte ich den errechneten Geburtstermin, den ich fünf Tage überschritten habe.
So viele erste Male haben auf mich gewartet: Ich habe eine Geburt gemeistert, ich habe meinem Kind in die Augen gesehen, ich habe gewickelt, gestillt und vor Glück und Liebe geweint.
Was für ein unfassbar großartiger Monat. Ich bin in ihm Mutter geworden. Ich werde ihn nie vergessen.


Stillen

Seit jeher stand für mich fest, dass ich mein Baby stillen möchte. Und doch fing ich in der Schwangerschaft an zu denken: „Besser, ich habe für den Notfall Pulver hier. Falls es nicht geht…“ Aber sowohl meine Hebamme als auch das Krankenhaus waren sehr stillfreundlich, das wusste ich. Deswegen war da immer die Hoffnung, dass es keinen Notfall geben wird. Also kaufte ich kein Pulver, ein paar Flaschen hatte ich im Laufe der Monate hier und da kostenlos bekommen. Im allergrößten Zweifel wäre ja im Krankenhaus aufgefallen, dass es nicht klappt und ich hätte Pulber nachkaufen können.

Und dann war meine Tochter da, ich lag im Kreißsaal mit ihr auf meinem Bauch und die Hebamme half, sie direkt anzulegen. All meine „Was ist, wenn…“-Gedanken waren weg. Da lag ich mit meinem wenige Minuten alten Kind und stillte es.
Eigentlich sollte ich, sobald ich das Kind das erste Mal auf dem Zimmer anlegen will, eine Schwester rufen, das hatte ich aber im Eifer des Gefechts vergessen und ich legte einfach an. Zufällig kam kurz darauf eine Schwester ins Zimmer, sah mich und sagte: „Oh, Sie sollten uns doch holen, wenn Sie das erste Mal allein anlegen wollen. Ich gucke mal kurz, wie sie trinkt… Ja, perfekt!“
Intuitiv hatte ich meine Tochter ordentlich angelegt und sie hatte ihre Lippen auch ordentlich positioniert. Ich war stolz auf uns beide. So kurz zusammen und schon so ein tolles Still-Team.

Am Tag ihrer Geburt wurde ich von einer Schwester ausgestrichen, damit das Kind auch wirklich das gute Kolostrum erhält. In einem kleinen Becher wurde es gesammelt und ihr dann zu trinken geben. Wie ein kleiner Shot.
An diesem Tag trank sie dann aber sehr wenig und schlief viel. Ich machte mir keine Gedanken. „Die Kinder holen sich schon, was sie brauchen.“ und dass ich sie nicht aufwecken würde zum Stillen, stand für mich eh fest.
Eine Schwester sagte dann jedoch, dass sie zu wenig getrunken hatte und ich sie wecken soll nach spätestens vier Stunden. Dann kam sie mit dem Argument, das mein „Ich würde nie…“ umstieß: „Wenn es so warm ist, denken die Kleinen, sie sind noch im Mutterleib und hören auf zu trinken. Das mussten sie im Bauch ja auch nicht.“
Mir wurde ein Still-Protokoll gegeben und ich trug brav ein, wann meine Tochter getrunken hat.

Schon seit Jahren hörte ich Horrorgeschichten über den Milcheinschuss. Wie schlimm und schmerzhaft das sei. Ich war gewappnet. Am Tag nach der Geburt wurden meine Brüste abends warm und spannten etwas und ich dachte: „Soll das schon alles sein? DAS ist der Milcheinschuss?“. Ich war unsicher, vielleicht war das ja nur der Anfang.
Als meine Tochter nach dem nächsten Stillen in einem Schwall Weißes spuckte, machte ich mir einerseits direkt Sorgen, war aber andererseits auch stolz, denn mein Körper hatte wirklich Milch produziert! 30 Jahre lang musste er das nicht machen und nun kann er das. Einfach so. In der richtigen Menge und Zusammensetzung, damit mein Kind groß werden kann.

Nach dem Spucken ging ich ins Stillzimmer. Am nächsten Tag sollte schon meine Entlassung sein und ich wollte sicher sein, dass es kein anfänglicher Glückstreffer mit dem guten Anlegen und Trinken war.
Mir wurden dort noch ein Tipps und Tricks an die Hand gegeben, so wurden mir beispielsweise die Stellen gezeigt, die bei Babys den Saugreflex auslösen.

Nachdem sie am zweiten Tag nun – Dank des Weckens alle vier Stunden – mehr trank, fing es auch an, dass das Stillen etwas schmerzhaft wird. Auch hier hatte ich schon so viel Schlimmes gehört. Blutige Brustwarzen und viele, viele Tränen bei der Mutter.
Aber wieder hatte ich unfassbar viel Glück. Nicht nur, dass mir der Milcheinschuss nicht weh tat und meine Tochter direkt gut trank, nein, auch der Schmerz war vollkommen unproblematisch. Einen Tag lang musste ich beim Anlegen einmal scharf einatmen, dann war das Stechen in der Brustwarze schon weg.

Auch heute, fast drei Monate später läuft das Stillen ohne Probleme. Da wir uns in der Schwangerschaft bewusst dafür entschieden haben, dass wir keinen Nuckel geben werden, ist die Kleine vielleicht ein bisschen mehr oder auch mal länger an der Brust, aber ich habe damit kein Problem. Ich habe aktuell ja nichts anderes zu tun, als für sie da zu sein.
Ich hoffe, dass alles auch noch weiterhin so gut funktioniert. Mindestens sechs Monate würde ich gern voll stillen. Dann wird die Kleine sich ja irgendwann für Essen interessieren. Insgsamt peile ich an, insgesamt ein Jahr zu stillen, aber wenn es anderthalb – oder etwas mehr – werden, habe ich auch kein Problem.

Ich bin so stolz auf meinen Körper und meine Tochter und für mich gibt es nichts Besseres, Schöneres und Praktischeres als sie zu stillen.


Die Erkenntnisse der ersten Tage

Die ersten beiden Tage mit meinem Baby habe ich im Krankenhaus verbracht und es waren ganz besondere Tage. Es war so wunderschön, meine Tochter endlich bei mir zu haben. Gleichzeitig fühlte es sich auch unfassbar natürlich an und nicht neu oder ungewohnt. Es war, als wäre da ein Platz in unserer Familie gewesen, den sie nun endlich ausgefüllt hat.
Ich hatte ehrlicherweise auf ein explodierendes Herz gewartet, das endlich all die so oft zitierte Mutterliebe freilässt. Aber so war es nicht. Als ich sie das erste Mal auf den Arm bekam, war da keine Explosion, keine Schmetterlinge, kein Gefühl von Verliebtsein. Ich liebte sie sofort tief und warm und gänzlich. Sie gehörte sofort zu mir, zu uns. Eine ehrliche Liebe und kein flatterhaftes Verliebtsein.

Aber natürlich war ich trotzdem sehr in mein Baby verliebt. Keine Frage. Wie es sich gehört, war sie – und ist sie bis heute – für mich natürlich das schönste Baby, das ich je gesehen habe. Ich finde sie so unfassbar niedlich. Ich fotografiere sie ständig. Ich könnte hunderte Fotos von ihr in immer derselben Pose machen. Und ehrlicherweise mache ich das auch.
Die ersten Tage dachte ich auch, dass ich sie am liebsten 24 Stunden am Tag filmen würde, damit ich mir mein Leben lang ansehen kann, wie klein und zart sie die ersten Tage war. Aber anstatt sie 24 Stunden am Tag zu filmen, habe ich sie die ganze Zeit angeguckt. Ich habe jedes Atmen, jeden Augenaufschlag von ihr eingesogen.

Überhaupt war dieses Kind seit Tag 1 so friedlich. Um uns herum im Krankenhaus weinte es Tag und Nacht, aber sie blieb still. Ein leises Quaken kam, wenn sie Hunger hatte. Ich machte mir sogar ein wenig Sorgen und fragte eine Schwester, ob sie zu schwach zum Weinen wäre. Aber die lachte nur und sagte, dass sie anscheinend einfach ein ruhiges Baby sei. Auch heute – acht Wochen später – höre ich das Kind kaum weinen.

Dafür habe ich die ersten Tage geweint. Ich habe das immer für einen Mythos gehalten, aber ich habe wirklich vor Glück geheult. Ich habe sie angeguckt und geweint, weil ich sie so liebe und so froh bin, dass sie da ist. Ich habe mit meinen Großeltern telefoniert, als ich aus dem Krankenhaus kam, und hab geweint. Ich habe meine Eltern angerufen und habe geweint. Einmal hängte ich weinend Wäsche auf. Buddy hörte es, kam mit dem Baby auf dem Arm in der Küche und fragte, was los sei. Da drehte ich mich um und schluchzte herzzereißend: „Sie ist so niiiiedlich!“. Er lachte und nahm mich in den Arm.
Aber nicht eine Sekunde habe ich – ganz im Stile vom Babyblues – aus Trauer oder Kummer geweint. Auch wenn ich kurz mal traurig war, dass sie nicht für immer mein kleines Mini-Baby bleiben wird.
Dieses Gefühl von „Bitte bleib so klein!“ hielt aber nicht lange an. Dafür freue ich mich schon viel zu sehr darauf, ihren Charakter kennenzulernen. Ich will von ihr umarmt und geküsst werden. Ich will ihre ersten Worte wissen und ihr tapsiges Laufen sehen. Ich will ihr die Welt zeigen und von ihr die Welt neu gezeigt bekommen.

In den ersten Tagen nach der Geburt war ich auch ein wenig mehr in Buddy verliebt. Er machte das alles so gut und er war so unfassbar lieb. Und vor allem war er mit dafür verantwortlich, dass ich dieses tolle Baby bekommen habe.

Es gab aber auch weitere Erkenntnisse:
– Ich hatte die ersten Tage absolut keinen Appetit, was offensichtlich normal ist.
– Das war aber auch gut, denn weil ich die ganze Zeit meine Tochter auf dem Arm hatte, kam ich eh nicht zum Essen.
– Ich war vorab davon ausgegangen, dass ich die Schwangerschaft vermissen würde, aber das tat ich nicht. Das Baby war eindeutig toller. Ttrotzdem werde ich in ein paar Jahren nochmal schwanger werden „müssen“. Ich habe jetzt schon vergessen, wie es so war mit dem Bauch und den Bewegungen in ihm.)
– Wie man es von vielen Frauen hört, konnte ich mir die ersten paar Tage aber kein nächstes Kind vorstellen, weil ich es sicher nicht auch so lieben könnte wie meine erste Tochter. (Mittlerweile denke ich da anders. Ich könnte ganz sicher noch ein Kind genau so sehr lieben.)
– Ich stelle mich total zurück. Es ist mir unfassbar egal, wie mein Körper aussieht.
– Ich habe ziemlich oft mein Kind angeguckt und den Kopf geschüttelt, weil es so unwirklich war.
– Ich hatte nicht erwartet, nach der Geburt solchen Muskelkater in Armen und Beinen (und auch zwischen den Beinen) zu haben.
– Es gibt diese ganz tiefe Gewissheit, dass ich diesen kleinen Menschen für immer lieben werde.
– Ich würde für dieses Kind wirklich alles geben.
– Es stellen sich direkt neue Ängste ein. (Ich war zum Beispiel sehr unsicher, als meine Schwägerin mich mit dem Auto abholte. Ich hatte solche Angst vor einem Unfall…)
– Man kommt mit wenig Schlaf super aus. In der Nacht, bevor die Geburt losging, hatte ich (mehrfach wegen Wehen unterbrochene) 5,5 Stunden Schlaf. In der Nacht der Geburt habe ich gar nicht geschlafen. In der nächsten Nacht nur eine Stunde, weil meine Zimmernachbarin so schnarchte. Die Nacht danach nur zwei Stunden, weil ich ständig mein Baby anguckte, auch wenn es tief und fest schlief.
– Ich ekele mich vor nichts bei ihr: Spucke, „Erbrochenes“, Rotz, Popel, Kacke. Alles total egal.
– Ich packe meine Brüste vor jedem aus. Auch das ist mir egal. Wenn das Kind Hunger hat, bekommt es Essen. Und zwar JETZT.
– Ich war überracht, wie schnell ich sicherer wurde im Umgang mit ihr. Die ersten Male Hochheben waren ein kleiner Akt. Sie war so zart und zerbrechlich und der Kopf so ungeschützt.
– Seit der Geburt lache ich so herzlich wie lange nicht und amüsiere mich auch über Dinge, die ich vorher nicht witzig gefunden hätte.
– Die Übelkeit war auch direkt weg. Das wurde mir aber erst einen Tag nach der Geburt klar.
– So ein Neugeborenes liegt gar nicht so stumpf auf dem Rücken, wie ich dachte. Die Kleine robbt und dreht sich sogar (wenn auch mit Glück und unbewusst.).
– Toilettengänge sind so eine Sache. Pipimachen brennt und das andere hab ich direkt für eine Woche erstmal seinlassen. Ich musste aber auch nicht.
– Überhaupt war mir nicht klar, was man nach einer natürlichen Geburt für Schmerzen hat. Aber das wird ein eigener Artikel…